Das zauberhafte Seifenblasenschlösschen

 

Es war einmal ein kleines altes Männlein namens Otliwan.

 

Er schaffte sich ein zauberhaftes Seifenblasenschlösschen in dem er sich liebend gerne aufhielt.

In diesem Schlösschen gab es die wunderbarsten Formen und Worte, welche man sich stets gerne

und immer wieder anhörte. Ein wundervoller Ort, in dem der magische Honig nur so floss,

Wärme und Geborgenheit den Raum erfüllte.

 

 

 

Alle, die sich in diesem herzlichen Schlösschen aufhielten, fühlten sich darin sehr wohl.

 

Dabei übersahen oder verdrängten sie in ihrem illusionären magischen Schlösschen gerne die Realität.

So erhielt das Seifenblasenschlösschen seine Bestätigung.

 

 

 

Ein paar Leute jedoch bemerkten schon bald, dass dieses Seifenblasenschlösschen

nur eine erschaffene Zauberwelt von Otliwan war. Worte die nur solange Bestand hatten,

solange die Besucher des Seifenblasenschlösschens den Ansichten Ottliwans folgten.

Die Erstgenannten waren eine Bedrohung für das zauberhafte Seifenblasenschlösschen –

es könnte ja an der Realität zerplatzen. Um dieses Seifenblasenschlösschen zu beschützen,

tat Otliwan alles. Sobald auch nur ahnend eine Nadelspitze sich dem Schlösschen näherte,

verteidigte er es mit aller Vehemenz, denn so ein Seifenblasenschlösschen ist höchst empfindlich.

Dabei scheute er sich nicht, entgegen seiner honigschwingenden Aussagen zu handeln

und ab und zu auch gegen gesetzliche Regeln zu verstoßen.

 

 

 

Doch eines Tages kam überraschend eine Nadelspitze und ließ das Seifenblasenschlösschen zerplatzen.

Dann stand Ottliwan vor der großen dunklen Wand, die damals der Anlass war,

dieses zauberhafte Schlösschen zu erschaffen.

 

 

 

Nun hatte Ottliwan erneut die Wahl, diese dunkle Wand endllich anzunehmen –

denn sie ist ein Teil von ihm, oder erneut ein zauberhaftes Seifenblasenschlösschen zu erschaffen

und sich mit Gleichgesinnten im Raum der Illusion aufzuhalten.

 

 

 

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